Wenn jemand von Sachsenzelt spricht, dann meint er meist den typischen Zweimaster, der aus zwei vertikalen Masten und einem horizontalen Mast besteht. Diese Sachsenzelte heißen auch Geteld-Zelte.
Die frühesten Darstellungen eines solchen Sachsenzeltes befinden sich im Utrecht-Psalter aus dem 9. Jahrhundert. Der Begriff Geteld ist altenglisch und bedeutet lediglich Zelt. Ein Geteld-Zelt ist folglich ein Zelt-Zelt, allerdings hat sich der Begriff mittlerweile im allgemeinen Sprachgebrauch durchgesetzt.
Das Zelt lässt sich zeitlich auf das Frühmittelalter datieren, allerdings wird vermutet, dass es auch später noch Verwendung fand. Darstellungen von Geteld-Zelten finden sich auch im Harley-Psalter aus dem 11. Jahrhundert sowie im Eadwin-Psalter aus dem 12. Jahrhundert. Da die Darstellungen allerdings denen im Urecht-Psalter stark ähneln, kann davon ausgegangen werden, dass es sich hierbei um Abschriften handelt.
Das Sachsenzelt hat viele Vorteile. So ist es beispielsweise recht hoch, sodass auch große Burschen aufrecht stehen können. Auch der Transport dürfte recht problemlos von statten gehen, da die Zeltstangen jeweils in der Mitte teilbar sind. Je nach Durchmesser lassen sich die meisten Sachsenzelte recht fix zu zweit aufbauen. Hat das Sachsenzelt seinen Eingang an der langen Zeltseite, eignet es sich besonders für mittelalterliche Händler, Krämer und Handwerker, da sich die Waren in solch einem Zelt besonders gut feilbieten lassen. Das große Vordach bietet einen großzügigen Schutz vor Regen und Sonne, auch wenn sich vor dem Zelt einmal eine größere Menschenmenge ansammelt.
Der Einmaster
Im Utrecht-Psalter finden sich neben dem Geteld-Typus ebenso Einmaster, auch als Kegelzelt bezeichnet. Wie der Name schon sagt, besteht das Zelt aus einem Mast, von dem aus die Zeltplane mit Heringen auf Spannung gehalten wird. Einmaster lassen sich prima transportieren und sind durch die teilbare Zeltstange im Handumdrehen verstaut.
Das Wikingerzelt Oseberg
Ebenfalls frühmittelalterlich, allerdings eher dem Gebiet der Wikinger zuzuordnen, ist das Oseberg-Zelt. Es handelt sich dabei um einen Fund aus der norwegischen Region Oseberg, in der Nähe eines Schiffsgrabes aus dem 9. Jahrhundert. Gefunden wurden nur die Stangen, nicht jedoch die Plane und es stellt sich die Frage, ob möglicherweise das Segel als Zeltplane verwendet wurde. Wie dem auch sei, das Oseberg-Zelt ist eine sehr robuste Konstruktion, das sich aufgrund des Holzgestänges sehr schön verzieren lässt.
Sonnensegel und Lagerplanen
Möchtest Du einen Platz lediglich ein wenig überdachen, beispielsweise die Lagerküche, reichen manchmal auch schon Sonnensegel. Diese schützen sowohl vor Sonne als auch bis zu einem gewissen Maß vor Regen.
Zelte wurden benötigt, wenn große Turniere besucht wurden. Natürlich hat man versucht, so viele Menschen wie möglich in den Burgen unterzubringen, soweit das ging. Neben dem Turnierplatz entstanden dennoch riesige Zeltlager.
In großen Schlachten und bei Belagerungen wurden meist Zelte verwendet. Dies trifft weniger auf die Wikinger zu, weil sie mit ihren Schiffen anreisten und für gewöhnlich darauf schliefen. Andere Völker, die nicht den Vorteilen eines Schiffes fröhnen konnten, benötigten allerdings transportable Unterkünfte – also Zelte. Diese fielen meist weniger pompös aus als die Zelte der Adligen beim Turnier, zumindest beim Fußvolk. Viele große Feldherren der Geschichte wussten auch in Zelten prunkvoll zu leben.
Zu guter Letzt wurden Zelte vermutlich von Händlern, Krämern und reisenden Handwerkern verwendet. Nachts schliefen sie darin, tagsüber diente das Zelt als Verkaufsfläche und Marktstand. Dafür spricht zum Beispiel auch, dass sich das Wort Krämer vom althochdeutschen Begriff cram ableitet, was sich mit Zelt übersetzen lässt.
• Welche Epoche und welche Region möchtest Du bedienen?
• Welchem Stand gehört Dein Charakter an?
• Bist Du nicht im Reenactment, sondern beispielsweise im LARP unterwegs: Was passt am besten zu Deinem Charakter?
• Wie viele Personen müssen Platz finden und wie viel Platz braucht ihr darüber hinaus für Gepäck und Lagerausstattung?
• Wie viel Geld möchtest und kannst Du für ein Zelt ausgeben?
• Wie viel Platz hast Du beim Transport zur Verfügung?
Das Volk der Sachsen ist sagenumwittert und bis heute sind die genauen Ursprünge der „Saxones“ unklar. Ihre Wurzeln reichen vermutlich ins 3. Jahrhundert zurück und ihr Name leitet sich vom Hiebmesser des Stammes, dem „Sax“, ab. Erfahre mehr über die spannende Geschichte von den heidnischen Sachsen bis hin zum Stammesherzogtum Sachsen.
Siedlungsgebiet der Sachsen
Von Friesland über das heutige Ruhrgebiet, West- und Ostfalen, Hessen und Thüringen bis nach Hamburg erstreckte sich das Siedlungsgebiet der Sachsen. Im 5. Jahrhundert breiteten sich die Saxones im Westen bis nach England und im Osten bis über die Saale hinweg aus. Drei Jahrhunderte später hatten sie nahezu den gesamten norddeutschen Raum besiedelt.
Teile der Sachsen standen immer wieder in einer losen Abhängigkeit zum Frankenreich. Als dieses jedoch zerfiel, bildete sich das Stammesherzogtum Sachsen in der Region zwischen der Lippe und dem Harz aus. Nach dem Zerfall des Karolingerreiches zählte Sachsen zum mächtigsten der vier großen, hervorgegangenen Herzogtümer. Später kamen das Herzogtum Thüringen und das Merseburger Land hinzu.
Zeitraum
Die Ursprünge der Sachsen gehen vermutlich bis ins 3. Jahrhundert zurück und bis heute bleibt ihre Geschichte ungeklärt. Zunächst stützte man sich aufgrund der überlieferten Texte von Ptolemäus auf die These, dass die Saxones bereits 150 n. Chr. Schleswig-Holstein besiedelten. Die Nennung der Sachsen in Ptolemäus Werken ist jedoch vermutlich auf ein Textverderbnis zurückzuführen. Gesicherte Belege über das Volk der Sachsen gibt es erst ab dem 4. Jahrhundert.
Im 9. Jahrhundert bildete sich das Herzogtum Sachsen heraus, welches aus Engern, Westfalen, Ostfalen und Nordalbingien bestand. Im Jahr 1180 wurde das Herzogtum von Kaiser Friedrich Barbarossa zerschlagen, da sich Heinrich der Löwe weigerte, Heerfolge nach Italien zu leisten. Heinrich dem Löwen blieben nur noch Braunschweig und Lüneburg über. Letztendlich war das einst mächtige Herzogtum auf einen kleinen Landesteil an der Elbe zusammengeschrumpft.
Namensherkunft
Der Name der Saxones wird vom traditionellen Hiebmesser des Stammes – dem sogenannten Sax – abgeleitet. In einem volkssprachlichen Annolied, welches im 11. Jahrhundert von einem Siegburger Mönch verfasst wurde, lässt sich ein direkter Zusammenhang zum Volksnamen herstellen. Dort heißt es: „von den mezzerin alsô wahsin, wurdin si geheizzin Sahsi“. Übersetzt bedeutet das: „Von den Messern, den so scharfen, wurden sie Sachsen geheißen“.
Welche Waffen trugen die Sachsen?
Wenn man sich die Namensherkunft der Sachsen etwas genauer ansieht, könnte man auf ein besonders blutrünstiges Volk schließen, welches bis an die Zähne bewaffnet war. Tatsächlich war der Großteil der Sachsen jedoch „Landbevölkerung“ und lebte von Ackerbau und Viehzucht. Nur wenigen Männern wurden damals Waffen als Grabbeigaben mitgegeben. Die Mitgabe von Waffen symbolisierte den Rechtsstand sowie das soziale Ansehen des Verstorbenen.
In diesen Körpergräbern wurden Lanze, Schild und Sax gefunden. Eine einheitliche Standardausrüstung gab es also vermutlich nicht. An den Grabbeigaben lässt sich auch keine Kampfesweise erkennen, die auf bestimmte Waffenformen ausgerichtet ist. In einem Scheiterhaufengrab in Liebenau konnte ein hochwertiges Prunkschwert nachgewiesen werden. Dieses gehörte allerdings zu einem Grab eines höchstens 4-jährigen Jungen. Der Bub war in einem nicht-waffenfähigen Alter und daher wird vermutet, dass er zu einer herausragenden Familie mit hohem Status gehörte. Es ist wahrscheinlich, dass diese Waffe zu seinem Besitz zählte, er diese aber nie kriegerisch einsetzte.
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